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Der Soldati Prinz Excerpt

1

 

 

WER WÜRDE als Nächster dran glauben müssen? Riley kniff die Augen zusammen und konzentrierte sich auf sein erstes mögliches Opfer, bevor er seinen Blick auf das nächste lenkte. Er würde sich entscheiden müssen. Oder doch nicht? Seine Lippen verzogen sich zu einem hinterlistigen Grinsen. Wer sagte, dass er nicht beide haben konnte?

„Tut mir leid, Jungs, ihr habt Pech.“

Riley steckte die übriggebliebene Schnitte Zitronenkuchen in den Mund und stöhnte genüsslich, als die Glasur auf seiner Zunge zerging. Oh Gott, die waren so verdammt gut. Er spülte das Stück mit dem cremigen Cappuccino hinunter, den er sich zubereitet hatte, während er die Registrierkasse geleert hatte. Als der Zitronenkuchen Geschichte war, machte er sich über den guten alten Donut mit dem Zuckerguss her.

 

 

DIE VORDERTÜR des Cafés ging auf, als er gerade die Reste seines Donuts verschlang. Er nahm rasch noch einen Schluck Kaffee, ehe er sich an die zwei Männer in dunklen Jacken und Jeans wandte.

„Hallo, Jungs. Tut mir wirklich leid, aber wir haben geschlossen.“

Hatte er die Tür nicht abgeschlossen? Er war sich ziemlich sicher, dass er sie versperrt hatte. Vielleicht hätte er seinen Pflichten zur Sperrstunde mehr Aufmerksamkeit widmen sollen, statt sich vollzufressen. Dabei war es nicht so als ob Clara, seine Managerin, etwas dagegen hatte, wenn er die Überbleibsel mit nach Hause nahm. Die Restbestände abends loszuwerden, gehörte zu seinen zahlreichen Verpflichtungen im Tiger Tails Café. Wenn das bedeutete, dass er in Erfüllung seiner Pflicht ein paar leckere Kuchenstücke essen musste, opferte er sich doch gerne. Die Männer kamen auf die Theke zu und Riley richtete sich auf. Vielleicht waren sie Touristen und verstanden nicht gut Englisch. Riley deutete höflich zur Tür.

„Es tut mir leid, wir haben geschlossen. Morgen. Wir öffnen morgen wieder.“

„Bist du Riley Murrough?“

So viel zum Thema Verstehen. Riley beobachtete sie argwöhnisch.

„Ähm, ja. Kann ich euch irgendwie helfen?“

Mit einem flauen Gefühl im Magen nahm er beiläufig seine orange-schwarze Schürze ab. Der größere der beiden Männer lächelte, wobei er die Lippen unnatürlich spreizte und seine Mundwinkel lächerlich weit nach oben zog, ehe er den Mund aufriss und ein schreckliches gurgelndes Kreischen von sich gab.

„Heilige Scheiße!“

Riley taumelte zurück. Was zum Teufel war das? Das Glas der Vitrine zersplitterte, gefolgt von den Fenstern und Türen des Lokals. Der Schrei wurde intensiver und zwang Riley, sich die Ohren zuzuhalten, als der Lärm seinen Schädel durchbohrte. Eine schwarze, teerartige Masse tropfte aus den Augen und Ohren der Männer. Auf ihrer aschfahlen Haut traten die Adern hervor, ihre Gesichter wurden länger und verzerrt. Riley hatte keine Ahnung, was da vor sich ging, aber er wollte nicht rumhängen, um es herauszufinden. Er hatte in seinem Leben genug Horrorfilme gesehen, um zu wissen, dass es tödlich sein konnte, sich nicht vom Acker zu machen, wenn irres Zeug passierte. Er schleuderte den beiden seine Schürze ins Gesicht und lief zum hinteren Teil des Cafés. Er dachte aber nicht mehr an die Müllsäcke, die er schon eine halbe Stunde zuvor hätte rausbringen sollen. Er stolperte und schlug hart auf den Linolfliesen auf. Oh Gott, er war also dieser Typ. Die Männer, oder was auch immer sie waren, tauchten hinter ihm auf und ihre Augen waren nur leere Vertiefungen. Der eklige Geruch von Schmutz und Fäulnis ließ Riley würgen. Er rappelte sich hoch und hielt sich die Hand vor den Mund, um sich nicht zu übergeben. Der Gestank trieb ihm das Wasser in die Augen und er bemühte sich, durch den Mund zu atmen, während er die Seitentür aufriss. Die Allee war fast völlig dunkel. Als er letzte Nacht abgeschlossen hatte, war die Straßenbeleuchtung bestens in Ordnung gewesen. Was zum Teufel ging hier vor? Rileys Versuch, rasch die Straße zu erreichen, wurde vom Auftauchen einer weiteren Schattengestalt vereitelt. Vielleicht war es ja ein normaler Mensch und kein verwesendes Monster. Riley überlegte, ihn um Hilfe zu bitten, als der Typ begann, dieselbe schwarze, teerartige Masse abzusondern wie die anderen. Klares Nein. Riley drehte sich am Absatz um und rannte die Allee hinunter, in der Hoffnung, es auf die andere Straßenseite zu schaffen. Auf halbem Weg machte er den Fehler, sich umzusehen.

„Oh Gott.“

Er rutschte ein Stück und kam zum Stehen. Sein Herz schlug bis zum Hals, als die schrecklichen Kreaturen, die wie Leichen in verschiedenen Stadien der Verwesung aussahen, wie Kakerlaken an den Wänden der Ziegelbauten herunterliefen. Was zum Teufel waren die? Abgesehen von eklig. Sie kamen zischend und kreischend aus dem Schatten, aus Mülleimern und sogar aus dem Boden. Von ihren Zähnen tropfte Teer, die Augen waren leere Höhlen und die langen Münder sonderten einen widerlichen Gestank ab. Riley drehte sich, aber sie kreisten ihn von allen Seiten ein. Das konnte nicht wahr sein. Riley schnappte sich den heruntergefallenen Deckel eines Mülleimers und hielt ihn vor sich. Das war eine absurde Reaktion, aber an der ganzen Situation war nichts Normales. Wo waren alle Leute? Um diese Zeit waren abends viele Fußgänger unterwegs. Menschen auf dem Heimweg von der Arbeit oder auf dem Weg zum Abendessen. Riley hatte keine Seele gesehen. Er war allein. Er bewegte sich langsam rückwärts, weg von der dichtesten Ansammlung der kreischenden Kreaturen und schwang den Deckel vor sich, in der Hoffnung, ein wenig länger außer Reichweite zu bleiben. Ihr Aussehen legte die Vermutung nahe, dass von ihnen berührt zu werden, keine angenehmen Folgen hätte. Er schrie um Hilfe, aber ein furchterregendes Brüllen, das durch die Allee hallte, übertönte seine Stimme. Was zum …? Habe ich gerade das Brüllen eines Tigers gehört?

 

 

AUS DEM Nichts waren vier große Tiger vor ihm aufgetaucht. Sie zeigten die Zähne und fauchten. Aber waren das überhaupt Tiger? Waren die aus einem Zoo ausgekommen? War er gerade dabei, den Verstand zu verlieren? Er wich zentimeterweise vor den großen Katzen zurück, die sich quer über die Allee aufgereiht und ihre Augen auf ihn gerichtet hatten. Er duckte sich vorsichtig und versuchte, sich so gut wie möglich hinter dem Mülleimerdeckel zu verstecken. Moment. Tiger hatten einen wirklich guten Geruchssinn, nicht wahr? Mist. Er war ein toter Mann. Außerdem wussten sie ja, dass er dort war. Ein weiteres Brüllen ließ ihn erstarren. Heilige Scheiße, klang das furchteinflößend, wenn sie brüllten. Er lugte über den Rand des Deckels und riss die Augen auf, als einer der vier Tiger zu laufen begann und genau auf ihn zukam. Riley schrie auf und hielt den Deckel hoch wie einen Schild, als der Tiger zum Sprung ansetzte. Zu Rileys Erstaunen sprang der Tiger ihn aber nicht an, sondern über ihn hinweg. Benommen drehte sich Riley um. Der Tiger sprang in eine Ansammlung der kreischenden Kreaturen und bleckte die Zähne, während er mit rasiermesserscharfen Krallen zuschlug. Was für ein Kampf. Bevor Riley einen weiteren Geistesblitz hatte, stürzten sich auch die anderen drei Tiger in die Schlacht. Sie kämpften wild und zerstückelten die tropfenden, verwesenden Leichen. Ihre Krallen hinterließen seltsame bunte Lichtspuren, als sie ihre Gegner aufschlitzten. Riley hatte noch nie etwas Vergleichbares gesehen. Jedenfalls nicht während eines seiner nächtlichen National Geographic-Marathons oder einer anderen seiner liebsten Fernsehsendungen. Mann, er musste wirklich öfter mal raus. Riley duckte sich und hoffte, dem Kampf unbemerkt zu entkommen. Vielleicht konnte er sich davonschleichen, während alle beschäftigt waren. Die Chancen standen gut, dass die Glasur des Zitronenkuchens, den er gegessen hatte, mit LSD versetzt gewesen war. Und er war total high und saß grinsend wie ein Idiot hinter der Theke und stopfte sich mit Süßigkeiten voll. Das zumindest war seine Hoffnung.

 

 

DIE ALLEE verdunkelte sich und Riley schnappte nach Luft. Noch mehr Kreaturen tauchten aus den Schatten auf und liefen auf die Tiger zu. Was zum Teufel sollten vier von ihnen gegen hunderte, vielleicht sogar mehr, ausrichten? Für jeden, den sie ausschalten konnten, erschienen zehn weitere. Die Tiger brüllten und sprangen. Sie verdrehten ihre muskulösen Körper und teilten mit ihren gewaltigen Pfoten Hiebe gegen ihre Angreifer aus. Ihre Ohren waren flach an ihre felligen Köpfe gedrückt. Es war schrecklich und zugleich faszinierend. Riley atmete durch den Mund, um den Gestank der Kreaturen nicht riechen zu müssen. Als er sich langsam rückwärts bewegte, drehte eine der fauligen Gestalten ihre leeren Augen in seine Richtung. Verdammt, woher wussten die, dass er da war?

„Scheiße!“

Riley rannte los und sah über die Schulter, als das Monster kreischte, um die anderen zu alarmieren. Eine Traube der Dinger verließ den Kampf, um ihn zu jagen. Einige versperrten das Ende der Allee und brachten ihn zum Stehen. Etwas Festes traf ihn von hinten und er schlug hart auf dem Boden auf. Es schmerzte aber nicht so sehr wie die Verbrennung, als eine der verwesenden Gestalten ihn am Arm packte. Riley schrie auf vor Schmerz und gleich darauf verstärkte das Brüllen eines Tigers das Geräusch. Er rollte sich auf den Rücken, als ein Schatten über ihm auftauchte. So, das war es. Gleich würde alles vorbei sein. Riley schloss die Augen. Er bedauerte, dass er den Verlauf seines Browsers nicht gelöscht hatte. Sorry, Mom. Ich war nicht gestört. Okay, vielleicht ein bisschen. Die Verbrennung verschwand von seinem Arm und er fühlte die Hitze eines großen, schweren Körpers über sich. Er riss die Augen auf und blickte auf orange-weiß-schwarzes Fell. Der größte Tiger stand über ihm und vertrieb die näherkommenden Kreaturen. Das Grün seiner Augen verschwand und wurde von einem strahlend weißen Licht ersetzt. Er sperrte fauchend das Maul auf und ein blendendes Licht brach hervor, das Riley blinzeln ließ. Das Licht flammte auf und breitete sich wie eine Explosion in der Allee aus, ehe es wieder verblasste. Dann war alles still.

 

 

DER TIGER trat zurück und Riley setzte sich benommen auf. Jede einzelne der stinkenden Kreaturen war verschwunden. Der Tiger drehte seinen großen Kopf in seine Richtung und Riley zuckte zusammen. Die Augen waren nun wieder grün. Der Tiger starrte ihn so intensiv an, als könnte er bis auf den Grund seiner Seele blicken. Es war seltsam und ein bisschen unheimlich. Mit einem Brüllen und Quietschen krümmte sich der Tiger zusammen, das Fell zog sich zurück und sein Körper veränderte sich. Was war das? So etwas war einfach nicht möglich. Jedenfalls nicht außerhalb von Hollywood. Ein paar Sekunden später war der Tiger verschwunden und Riley starrte in die intensiven grünen Augen eines Mannes. Die Muskeln des Mannes zuckten und dehnten sich, als er langsam aufstand. Markantes Kinn und dichte Augenbrauen so tiefschwarz wie sein Haar. Auf seiner gebräunten Haut waren mehrere Kerben und Riley hatte keine Ahnung, woher die schwarzen Stiefel, die schwarze Lederhose und das enge schwarze T-Shirt gekommen waren. Sie ließen ihn jedenfalls noch größer und bedrohlicher aussehen. Beide Arme waren von Tribal-Tattoos bedeckt. Von den gemusterten Bändern um seine Handgelenke und Unterarme zu komplexeren Designs, die unter seinen Ärmeln verschwanden.

„Bitte, töte mich nicht.“

Die Augen des Mannes wurden groß.

„Du kannst mich sehen?“

Scheiße. „Ähm, nein. Ich habe gar nichts gesehen.“

Riley stand auf und streckte abwehrend eine Hand vor sich aus. Zwei ebenso muskulöse Männer und Wonder Woman gesellten sich zu ihrem Freund. Die anderen hatten sich auch verwandelt. Das war zu verrückt. Riley bewegte sich langsam rückwärts.

„Ähm, ich glaube, ich sollte ein Krankenhaus aufsuchen, wo sich jemand darum kümmert, dass ich euch … ähm, nicht sehe. Ihr entschuldigt mich.“

„Khalon, sieh mal!“ Der hellhaarige Mann deutete auf Rileys Arm. Riley folgte seinem starren Blick und fluchte unterdrückt. Dort, wo die Kreatur seinen linken Unterarm angefasst hatte, waren vier Bänder des Tribal-Tattoos. Hatte das Wesen ihn irgendwie markiert? Wenn ja, warum sahen die Spuren dann wie ein Tattoo aus? Moment, die Bänder sahen genauso wie die auf den Armen dieses Khalon-Typen aus.

„Was ist das?“ Riley sah auf und erschrak. Der, den sie Khalon nannten, stand über ihm, packte Rileys Handgelenk und hielt es gegen seinen Arm, um es näher anzusehen.

„Das kann nicht sein.“

Dabei hatte Riley gedacht, seine Nacht könnte nicht mehr seltsamer werden. Khalon schüttelte den Kopf und ließ Riley los. Seine Kiefermuskeln arbeiteten und er kniff die Augen zusammen, während er offenbar angestrengt nachdachte.

„Wir nehmen ihn mit.“

„Was?“ Auf keinen Fall. Was zur Hölle das vorhin auch gewesen war, er hatte es nicht überlebt, um nun entführt zu werden. Riley wollte abhauen, aber Khalon legte einen Arm um Rileys Taille und zog ihn zu sich.

„Was zum Teufel soll das? Was glaubst du denn, wer du …“

„Schlaf, Mensch.“

Khalon strich mit der Hand über Rileys Gesicht und alles wurde schwarz.

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Digital

Der Soldati Prinz

Book Details

  • Word Count: 33,354
  • Published: December, 5 2017
  • Cover Artist: L.C. Chase
  • ISBN: 978-1-64080-287-2
  • Price: $4.99